Samstag, 27. August 2011

Italien Sommer 2011 - 6.Tag

Heute einmal nicht lustig. Heute wären Timon und Kilian, vielleicht auch ich, ertrunken, wenn uns andere nicht aus dem Wasser gezogen hätten. Den ganzen Tag über herrschte starker Wellengang. Perfekte Bedingungen zum Wellenhüpfen.

Durch die neuen Rashguards (Wasser T-Shirts), mit denen uns die Luxemburger ausgestattet haben, waren die Kinder auch gut zu erkennen.

Am späten Nachmittag nach eine halben Stunde Springen und Kreischen in den Wellen waren nur mehr Timon, Kilian, Florian und ich in den Wellen. Der Sog der Wellen zieht stark in Richtig der Mole. Plötzlich schreit Kilian, ich wate zu ihm und verliere sofort den Boden unter den Füßen. So nah bei der Mole ist das Meer viel tiefer. Ich greife Kilian unter den Arm und versuche in Richtung Strand zu schwimmen. Wir werden immer weiter ins tiefe Wasser gezogen. Die einsetzende Ebbe zieht uns weg vom Strand. Plötzlich ist auch Timon bei mir. Er wollte helfen, hat selber Angst bekommen und schreit laut. Mit einem Kind links und rechts versuche ich richtig Strand zu kommen. Beide sind keine guten Schwimmer. Kilian kann überhaupt nur kurze Strecken schwimmen. Aber bei der Strömung hätten sie auch mit besseren Schwimmkenntnissen keine Chance gehabt. Alleine wäre ich vielleicht zurückgekommen, vielleicht auch nicht. Die Rettungsschwimmer haben an diesem Tag viele Menschen, auch Erwachsene aus dem tiefen Wasser zurückgeholt.

Ich war in Panik, hatte aber nicht einmal den Atem um zu schreien. Den Kopf über Wasser und die Kinder aus dem Wasser zu halten war schon mehr als genug. Gottseidank waren die Rettungsschwimmer bereits auf der Mole postiert und extra aufmerksam bei dem hohen Wellengang. Ein paar Urlauber haben unsere Lage auch rechtzeitig bemerkt und uns als erster erreicht, ich konnte Timon an einen abgeben, wenig später hat uns ein zweiter erricht. Der hat Kilian übernommen und war mit seiner ruhigen Art die größte Hilfe. „Ganz ruhig bleiben. Das geht schon. Einfach schwimmen.“ Dann waren auch die Rettungsschwimmer und einer hat mich ganz Baywatch-mäßig im Arm durchs Wasser getragen/geschwommen. Und es war immer noch ein Stück harter Arbeit bis wir aus der Strömung in seichteres Wasser kamen. Und das Gerettet-Werden vom noch so feschesten Life-Guard verliert an Reiz, wenn du das Gerettet-Werden auch wirklich brauchst und Angst hast, ob es deine Kinder auch an den Strand schaffen.

Aus aktuellem Anlass ein Artikel zum Thema: Signs of Drowning: Not what you think.

Es ist alles gut ausgegangen und die Kids haben das Ganze unter "Abenteuer" abgehakt. Mir sitzt der Schreck aber noch in den Knochen...

Noch ein ernster Anlass: Unsere Tante Gillian in Südafrika ist heute gestorben. Lange hat sie mit großer Zähigkeit gegen ihren Krebs gekämpft und sich und ihrer Familie noch Zeit herausgeholt. Heute ist sie heimgegangen.

Am Strand wurde heute alles für das große Feuerwerk vorbereitet. Wir werden heute besonders an sie denken und daran wie kostbar das Leben ist und wie zerbrechlich.





Freitag, 26. August 2011

Italien Sommer 2011 - 5.Tag

LinkTemperatur und Luftfeuchtigkeit um 8:00 morgens. Willkommen beim Urlaub in den Adria-Tropen.

Heute kommen die Ramsauer und die Gröbminger an. Damit ist unser kleines Feriendorf komplett.Die traditionelle Urlaubs-Nachspeise. Sünde. Sünde. Sünde.
Auch der treue Bollerwagen ist endlich wieder da.
Cousine Stefanie, Königin des Strandes, und ihre Schildknappen. Die versuchen sie an den Sessel zu fesseln durch Einbetonieren ihrer Füße.
Spannung im Wilden Wald: Tiuri wird von Räubern überfallen die sein Pferd nehmen, ihm den Ring des Schwarzen Ritters mit den Weißen Schild jedoch lassen, weil sich Tiuri lieber einen Finger abhacken lassen würde, als den Ring herzugeben. Das überzeugt natürlich die Räuber, ihm beides zu lassen. Finger und Ring. Gleich darauf trifft er auf die Grauen Reiter, die eigentlich 4 graue Ritter mit ihren Knappen sind, und erfährt, dass auch diese Reiter ihn fangen und töten wollen. Warum, wissen wir nicht so genau, aber derzeit scheinen ALLE Tiuri fangen und töten zu wollen. Die Grauen Ritter fangen die Räuber, lassen sie aber wieder frei, nachdem die Räuber versprechen, auch nach Tiuri zu suchen. Wir vermeiden die Grauen Ritter und die Räuber, die Roten Reiter und den Ritter mit dem Roten Schild und finden für eine Nacht Unterschlupf in einem Kloster.
Das Must-Have dieser Saison: das Schleuder-Raktenen-Dings (Vorschläge für einen coolen Namen?)
Die Batterie sorgt für blinkende Leuchteffekte, mit Schleuder wird das Ding im Dunklen am Strand hoch geschossen. Sieht aus wie Sylvesterraketen. Sehr nett. Die Kurzen sind ekstatisch. Im Dunkeln laut schreiend am Strand rumlaufen, per Schleuder Raketen abschiessen und die blinkenden Dinger wieder aus dem Sand buddeln. Paradiesisch!


Donnerstag, 25. August 2011

Italien Sommer 2011 - 4.Tag

Der Ventilator. Unser neuer bester Freund. Stefan weicht nicht von seiner Seite. Alle suchen seine Nähe. Er läuft ununterbrochen - Tag und Nacht. Wir lieben ihn!
Heute trifft der erste Teil der erweiterten Familieninvasion ein. Im Gegensatz zum Vorjahr wo wir mit 19 Erwachsenen und 17 Kindern den Campingplatz praktisch übernommen haben, sind wir dieses Jahr nur eine ganz kleine Truppe von 7 Erwachsenen, 4 Kindern und einem Teenager. Wir wiegen Cavallino in Sicherheit und schlagen nächstes Jahr wieder mit voller Stärke zu.
Für Cousine Brigitte und Familie wird der Strand gefegt, alles muss pipfein sein.
Meine Spur im Sand am Tag nach der Grappaverkostung...Bringt die Kinder in Sicherheit - Traktor-Luigi räumt auf! Der Feind aller Sandburgen des Vortages.

Alles ist bereit für die Luxemburger. Und da sind sie! Nicht erschöpft von der Fahrt sondern vom Verlassen des klimatisierten Autos. Was spricht bitte dagegen, den Urlaub nicht im Bungalow sondern bei laufendem Motor im Auto zu verbringen? Der Benzinverbrauch? Der Lärm? Der geringfügig kleinere Raum als im Bungalow? Ich wiederhole: KLIMAANLAGE!Ylvi und Kilian beim traditionellen Mittagessen in Cavallino: Quetschtoast. Das essen wir hier täglich. Dann ein Jahr lang gar nicht mehr. Die Luxemburger bringen mein neues Spielzeug mit: der Kindle. Als Spontankauf per Expresssendung in die Ramsau geliefert und jetzt endlich hier. Damit haben wir nicht mehr nur läppische 24 Bücher mit sondern - bei Bedarf auf Knopfdruck - 750.000 Bücher. Das könnte ausreichen.Kaum ist Ylvi da, werden aus den Streithähnen wieder friedlich spielende Kinder. Wundert sich noch jemand, warum wir Urlaube gerne mit so vielen Familienmitgliedern wie möglich verbringen? Damit wir gemütlich plaudern können, während die Kurzen Raumschiffe bauen.Das Kommando-Raumschiff "Birn" hat tapfer gekämpft gegen - äh - "Gegen wen habt ihr eigentlich gekämpft?" "Na, gegen die anderen." "Welche anderen?" "Na, die Bösen natürlich!" Aha. Die Bösen sind auch sehr zahlreich am Strand von Cavallino. Harte Zeiten für die "Birn", Kommander Ylvi, Kommander Kilian und Kommander Timon.
im "Enterprise"-Fahrstil:Wieder ein Tag an dem das Gute siegt!
Ach ja: Knappe Tiuri wird für einen Pferdedieb gehalten und fast verhaftet. Dabei hat er sich das Pferd doch nur geborgt. Ohne zu fragen. Aber schließlich war die Zeit knapp und die Mission GEHEIM. Deshalb hat er sich jetzt das Pferd des Scharzen Ritters mit dem Weissen Schild - ähm - geborgt. Aber der braucht es jetzt sowieso nicht, weil er ja tot ist. Ermordet von den Roten Reitern des Schwarzen Ritters mit dem Roten Schild. (Kleine Wiederholung für Günter. Soo schwer ist das doch wirklich nicht. Konzentrier dich ein wenig, Günter! Das ist hier keins deiner Meetings. ;-)
Noch etwas: Im Wald musste sich Tiuri vor den Grauen Reitern verstecken. Wir wissen noch nicht, bei welchen Mannschaft die mitspielen. Es bleibt spannend!

Mittwoch, 24. August 2011

Italien Sommer 2011 - 3.Tag



Siegfried und Roy bitten mich, Grüße an ihre Fans auszurichten. Sie weigern sich den Kühlschrank zu verlassen, solange es draußen so heiß und noch Bellini in der Flasche ist. Und es ist weiterhin HEISS. Die Ungarn von gegenüber, die eigentlich Italiener sind, haben heute w.o. gegeben und sind abgereist. In den Nächten zuvor haben sie bereits ihre Matratzen ins Freie gezerrt und auf der Terrasse geschlafen. Als Gelsenfutter. Hiermit ziehe ich die gute Nachricht vom 1. Urlaubstag wieder zurück. Es gibt definitiv Gelsen.In unserer Straße sind jetzt außer uns nur mehr die Italienerinnen, die eigentlich Deutsche sind, mit drei Kleinkindern. Wir können es kaum erwarten, bis unsere weiteren Familienmitglieder eintreffen. Die zwei weiteren Spielkameraden werden die Kurzen hoffentlich beschäftigen und davon abhalten ununterbrochen zu streiten. Typische Szene am Strand: Zwei Schützengräben, scharfe Waffen (Sandkugeln) und die Bereitschaft von beiden, alles was schief geht sofort auf den Bruder zu schieben.Das Vorlesebuch für die Mittagspause ist dieses Jahr eine Rittergeschichte. Nachdem wir diesmal keine Rücksicht nehmen müssen auf Drei- und Vierjährige ist es eine blutige Abenteuergeschichte. Der Knappe Tiuri wird in der Nacht vor seinem Ritterschlag von einem Fremden mit der Mission betraut, einen WICHTIGEN Brief an den Schwarzen Ritter mit dem weißen Schild zu überbringen. Der wurde aber vom Schwarzen Ritter mit dem roten Schild in einen Hinterhalt gelockt. Es bleibt dem Sterbenden nur mehr Atem für den Auftrag an Tiuri, den WICHTIGEN Brief zu König Unauwen zu bringen. Eine gefährliche Reise, da Spione und Rote Reiter versuchen den Brief aufzuhalten. Fortsetzung folgt.

Dienstag, 23. August 2011

Italien 2011 - 2. Tag

Dienstag ist Markttag. Auch für die raunzadn Weana. Nachdem es nachts nur unwesentlich abgekühlt hat ("Mama, ich kann nicht schlafen! Mir ist so heiss!!!") beginnt der Tag mit blauem Himmel, Hitze und 93% Luftfeuchtigkeit. So voll ist der Markt bereits um 7:45. Ein Beispiel für gelungene Kommunikation mit Kindern: Schreibe einfach ein Schild, das sie nicht lesen können, in einer Sprache, die sie nicht sprechen und schon tun sie alles, was du willst.
Obwohl die Kurzen sich so gut amüsieren ("Mama, ich will heim! Mir ist soo heiss!!!") halten wir den Marktbesuch heute kurz. Auch Aragorn und Legolas haben ihre Schwerter nicht abgeholt.Gute Nachrichten vom Land: Bisher haben wir noch keine Gelsen gesehen. (Dafür Eichhörnchen und Hase.) Schlechte Nachrichten vom Wasser: Wir sind alle von unsichtbaren Seeungeheuern gestochen worden. Fühlt sich an wie bei einer Bremse, brennt und hinterlässt ein Souvenir wie eine Gelse. Passiert sowohl beim Plantschen im seichten Wasser, als auch beim Schwimmen im tiefen. Wie bitte wehrt man sich gegen Gelsen mit Kiemen?

Und - ja, ich war im Wasser!!! Sogar ohne den coolen Neoprenanzug der Luxemburger. Versteht ihr jetzt, wie unbeschreiblich heiß es hier ist?

Montag, 22. August 2011

Italien Sommer 2011 - 1.Tag

Wieder einmal erwacht der Narrenturm aus dem Dornröschenschlaf und die geschätzten LerserInnen wissen: Es ist Urlaubszeit!

Dieses Jahr beginnt der Italien-Urlaub mit einer fantastischen Eröffnung. Das jährliche Clantreffen lockt 32 Familienmitglieder und einen Pudel in die Ramsau. Bei strahlendem Wetter wird ein Wochenende lang unter dem Dachstein getratscht, getrunken und gefeiert. Und am Montag geht es für uns weiter in den Süden. Cavallino wartet!
Viele Wege führen nach Italien. Die schnellsten davon sind die Autobahnen. Die sind für Warmduscher. Echte AbenteurerInnen nehmen Passstraßen! Da sieht man viel mehr von der schönen Landschaft. Mit 40 km/h einem Traktor/Tankwagen/Wohnwagen eine steile, kurvige Straße hinterherfahren während die Kinder ihrer Begeisterung abwechselnd mit: "Wann sind wir endlich da?" und "Mir ist schlecht!" Ausdruck verleihen! Der Beifahrer zeigt seine Unterstützung mit: "Dort hättest du nach rechts abbiegen sollen. Das ANDERE rechts." Sehr zu empfehlen.
Handzählgeräte. Ein Must-Have dessen Coolnessfaktor bisher stark unterschätzt wird. Dabei liefert es so wichtige Informationen wie z.B. dass zwischen Ramsau und Cavallino 47 gelbe Fahrzeuge auf und neben der Straße zu sehen sind. Da staunt ihr. Dabei sind 9 PKWs, 5 Baufahrzeuge und 3 Postautos, der Rest LKWs. Der Kran wurde dann doch nicht gewertet.Je weiter in den Süden desto heißer. Und schwüler. Bei unserer Ankunft hat es 38 Grad und 92% Luftfeuchtigkeit. Da hört der Spass auf. Die Kurzen fallen in den "Dauer-Streit-Modus" die Großen schimpfen nonstop. Da hilft auch das Meer nicht mehr. Der respektvolle Umgangston macht uns in der ganzen Straße beliebt. Die Nachbarn nennen uns liebevoll: "The Bitchy Ones" "Die Grantigen Werna" "Die Keifenden Ösis" "Il Litigare Stranieri"

Sonntag, 19. September 2010

Italien Sommer 2010 - Tag 12

Nachtrag: Der Urlaub ist schon wieder lang vorbei, aber der letzte Urlaubstag hat noch im Blog gefehlt. Darum hier ein kleiner Nachtrag zum Erinnern und Schwelgen: Ein Bild vom großen gemeinsamen Grillen am Donnerstag Abend. Mike und Micha verköstigen als geniale Grillmeister die gesamte Sippe. Alle Tische auf die Straße, jeder Bungalow steuert Salate, Soßen, Brot und Wein bei.
Die Kurzen bekommen Neon-Leuchtbänder verpasst, damit wir sie im Dunkeln wieder finden. Sehr praktisch.
Am nächsten morgen heisst es Abschied nehmen. Noch einmal alle Kinder aufreihen und zwei auswählen, die man dann mit nach Hause nimmt. Robert und Verena wollen nicht tauschen und verstecken ihre vier. Auch Flora fehlt im Angebot.
Sind sie nicht putzig, die süßen Kleinen...
Siegfried und Roy freuen sich auf Zuhause...
...und bieten ihre Unterstützung als Fahrer an. Hmm. Danke, aber nein danke.
Wir sind die erste Gruppe die abreist. Am Abend folgen vier weitere Bungalows. Es wird stiller in unserer Straße. Irmi, Wolfgang, Mutti und die Luxemburger halten noch die Stellung gegen die anrückende Kaltfront.

Die Grillmeister weisen uns aus, damit wir das Bocca-Turnierfeld nicht weiter blockieren.
Und Tschüss!

Ruhige, staufreie Fahrt durch das Kanaltal
Rast am Wolfgangsee
Auf der Rückreise lesen Rufus Beck und die elektronische Großmutter iPod den ersten Harry Potter Band vor. Angekommen zuhause sind die Kurzen nur mit Mühe aus dem Wagen zu bekommen. Wo´s doch grad so spannend ist und nur mehr zwei Stunden fehlen bis zur Auflösung, was denn nun Stein der Weisen ist und wer ihn stehlen will. Und welche Gemeinheiten Snape plant. So still war es noch auf keiner Fahrt auf der Rückbank.Baba Urlaub! Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut! Bis zum nächsten Jahr!