Samstag, 28. August 2010

Italien Sommer 2010 - Tag 6

Der Campingplatz steht Kopf. Mit den heute Angereisten erreichen wir den Stand von 19 Erwachsenen, 15 Kindern und 2 Ungeborenen. Alles Familie und Freunde in einer Straße in acht Bungalows untergebracht. Die Erwachsenen halten knapp noch die Mehrheit, aber wie lange noch? Das könnte eng werden für uns Grufties, wenn es zu Abstimmungen kommen sollte: Dürfen wir noch ein Eis haben? Wie lange dürfen Kinder auf bleiben? Müssen Eltern sich am Burgenbau beteiligen? Sind drei Pizzas am Tag wirklich zu viel?
Gut dass wir hier keine Demokratie sind. Wir haben uns für ein anderes bewährtes Gesellschaftsmodell entschieden: Wir bündeln die Talente in unserer Straße und gründen eine mafiöse Vereinigung "La Familia". Timon und Florian holen Wasser, Pizzas, Brot und andere Einkäufe und schlagen dafür eine Liefergebühr auf. Ich strecke das Geld vor und schneide dafür beim Gewinn mit, Irmi und Wolfgang stellen den Bollerwagen für ein kleines Entgelt zur Verfügung und Thomas hebt bei den beiden Schutzgeld ein. Das System ist noch in Erprobungsphase, weitere Talente (und Ertragsquellen) werden gesucht. Unser Einfluss wird aber in Kürze auf den ganzen Campingplatz ausgedehnt. Die Adria. Europa. Die Welt.Einparken in unserer Straße erfordert mindestens vier Männer von denen drei dem Fahrer gleichzeitig mit hilfreichen Einweisungen zur Seite stehen: "Weiter" "Halt" "Bisserl geht noch" "Mehr Links" "Mehr Rechts" "Achtung" "Geht so" "Stopp, stopp, stopp" "Oje!"
Der Rest der Belegschaft schließt Wetten ab und genießt das Schauspiel.

Kleine Änderung beim Mittags-Vorlesebuch: Da die kleineren unter den Kindern von den vielen Monstern die Käptn Blaubeer zusetzen schon Alpträume bekommen, steigen wir um auf zielgruppengerechte Literatur:
Die Wawuschels sind eine Zwergen-Familie mit grünen Haaren die im Dunkeln leuchten. Sie leben von Zwergenmarmelde die von Mutter Wawuschel jeden Tag gekocht wird. Die Kinder Wischel und Wuschel suchen den ganzen Tag den Wald ab nach Zutaten für die Marmelade. Vater Wawuschel versucht den ganzen Tag lesen zu lernen, schafft es aber nie der dyslektische Vollkoffer. Dabei wäre das wichtig, das Lesen, weil die Familie erst dann das Zauberbuch der Großmutter verwenden kann. Dann können sie die Marmelade herzaubern und müssen sie nicht mühsam sammeln und kochen. Und der grantige Onkel bekommt endlich seinen Tabak. Zu allem Überdruss explodiert auch noch der Herd der Wawuschels und dann gehen sie schlafen. (Damit endet das Kapitel mit einem Cliffhanger. Die Kurzen werden nachts vor Spannung wieder kein Auge zutun können)

Stricken für Roy. Man kann schliesslich nicht den ganzen Urlaub im Mannkini verbringen. Ausser Günter und Blake. Die könnten das. Zum Beispiel beim nächsten Österreich-Urlaub. :-)
Hassan freut sich, dass das Jahrestreffen der Anonymen Strandhantuch-Kaufsüchtigen wie jedes Jahr in seinem Strandsektor abgehalten wird. Wir finanzieren höchstpersönlich sein Wochenendhaus in Mallorca und den Lamborghini.
HILFE! Ein Sandsturm zieht auf!!!! Wir halten aus bis zuletzt und sind die letzten am Strand. Erst als der Sandstrahlwind uns bis auf die Knochen abscheuert, geben wir auf und kehren vorzeitig, d.h. vor 19:00 Uhr, zurück in die Bungalows.
Siegfried und Roy vor dem herannahenden Sandsturm. Sehr romantisches Bild. Sehr schädlich für die Mechanik des Fotoapparats.
Onkel Alexander nimmt mich zur Seite und äussert einen schrecklichen Verdacht: Könnte es sein, dass Siegfried und Roy mehr sind als nur gute Freunde? Ich weise das natürlich auf das Entschiedenste zurück! Wie kommt der gute Onkel nur auf so etwas?

Freitag, 27. August 2010

Italien Sommer 2010 - Tag 5

Endlich - der Bollerwagen ist da!!! Und damit auch die Bollerwagen-Fahrer Irmi und Wolfgang. Und das ist auch schön!



Mittagszeit ist Vorlesezeit
Käptn Blaubeer begegnet auf dem Meer dem Tyrannowalfisch Rex, dem größten Fisch der Welt. Und entfernt die vielen Hundert Harpunen, die in seinem Rücken stecken. Dafür bringt ihn der TR zu einer Insel. Endlich wieder Land erreicht!
Schwester Klara und Schwester Irmi bei der schwierigen Entharzungsoperation.
Apropos medizinischer Notfall: Klaras Gelsenstich, gestern noch professionell mit Bite Awy ausgebrannt, hat sich enorm entzündet. Ob wegen oder trotz Behandlung ist nicht sicher. Im Hochsommer ist auch an der Adria viel los. Da muss man sich schon mal anstellen, damit man ins Meer kann. Soviel Platz ist da nicht.

Unser bester Freund, der Eiswagenmann mit seiner Eiswagenfrau, kommt angerollt.
Kollektives Eisessen
Mit den Neuzugängen aus der Ramsau, Luxemburg und den USA sind wir jetzt auf sieben Kinder und zwölf Erwachsene angewachsen und belegen fünf Bungalows. Mit den 15 Personen die morgen ankommen sind wir dann fürs erste komplett. Mal sehen, was wir dann machen. Ein Fußballtournier, eine neue Religion, einen Putsch,...

Donnerstag, 26. August 2010

Italien Sommer 2010 - Tag 4

Ein paar Worte zu unseren unbeliebtesten Haustieren: Die Gelsen sind trotz Dienstags-Insektenvernichtungsaktion zahlreich und lästig. Im Luxemburger-Haus ist man gut gerüstet:
12 Antigelsenmittel pro Familie sind NICHT zu viel!

Neu und zum ersten Mal in Gebrauch ist der Bite Away. Ein wunderbares Gerät, das möglichst bald nach dem Stich auf die betroffene Stelle gehalten wird und dort konzentrierte Hitze erzeugt, damit werden die Eiweißketten des Insektengifts zerstört und es sollte sich keine allergische Reaktion bilden und keine großen Beulen entstehen. Das ist die Theorie. In der Praxis entstehen kleine Verbrennungsflächen die völlig empfindungslos sind, weil die Nerven abgestorben sind. Sehr praktisch.
Klara benutzt hier den BiteAway zum ersten Mal:
Na? War das so schlimm?
Urlaubsbeschäftigung des Tages: Borat-Badeanzüge für Siegfried und Roy häkeln:
Brigitte hatte die geniale Idee und entwirft den Prototyp.
Und so verläuft unser Tag am Campingplatz: Wenn wir nicht gerade Schwimmen oder Essen spielen wir mit den Puppen.
Die Boys haben ihren Spass: Siegfried hat eine leidenschaftliche Affaire mit einer Fußfetischistin begonnen

Roy geht fremdflirten.
Und Käptn Blaubär hat sich ein Floß gebaut und ist vor den Klabautergeistern geflohen. Nach einem Zusammentreffen mit der Moloch wurde er von zwei Tratschwellen gefunden, die ihm das Sprechen beibrachten. Da hatte er ganz schön viel Glück. Tratschwellen treiben sonst gern Schiffbrüchige in den Wahnsinn oder den Selbstmord mit ihrem unablässigen Gequatsche.

Mittwoch, 25. August 2010

Italien Sommer 2010 - Tag 3

Aufgeweckt worden heute um sieben Uhr mit erbitterten Streit der Kurzen, ob die Spanier rote oder blaue Hosen tragen. Fragt mich nicht. Ich weiss es auch nicht. Und ich kann euch gar nicht sagen wie wurscht es mir ist.
Dann kommen endlich die Luxemburger und die Kirchschlager an. Endlich Verstärkung für die Kurzen. Mit ihren ollen Alten ist ja nicht viel anzufangen. Da ist man auf Urlaub und alles was sie tun wollen ist Schlafen und Lesen. Kein Sinn für Spass und Abenteuer beim Gammelfleisch. Nach aktueller Zählung stehen wir bei sechs Erwachsenen und fünf Kindern. Langsam kommt Schwung in den Urlaub.


Heute ist es richtig HEISS am Strand. Nur im Wasser lässt es sich gut aushalten. das hat Lulu-Temperatur. Der Bikinioberteil-Abdruck auf Ylvis Haut ist trotz Eincremen mit Schutzfaktor 70.000 (oder so) heute in nur einer Stunde Sonnenbestrahlung entstanden. Wir sind lauter glückliche Hühner auf Schnellgrillstufe.
Nur ein Hühnchen ist nicht ganz glücklich. Das Standleben ist Flora noch ein wenig unheimlich. Zu heiss. Zu nass. Zu wellig. Zu salzig. Zu windig. Und die kleinen Muscheln darf man nicht essen.
Der kleine Schwarze dagegen ist in seinem Element.




Habe heute wieder drei Handtücher gekauft. Aber das waren die letzten für diesen Urlaub. Ich schwöre!
Siegfried und Roy wurden von Schwester und Cousine freudig begrüsst, gefolgt von sofortigem Hoserlrunterziehen. Ich weiss auch nicht. Vielleicht machen sie das bei allen Männern.

Dienstag, 24. August 2010

Italien Sommer 2010 - Tag 2

Ich beuge mich der Mehrheit und benenne ab sofort die zwei schnuckligen Toyboys vom Flohmarkt "Siegfried und Roy". Muss ich das noch näher begründen?


Und als fürsorgende Puppenmama habe ich ihnen Badehöschen gestrickt. Damit die hochgeschätzte und empfindsame Blog-Leserschaft sich nicht mehr an den fehlenden Zumpferln stossen muss. Den beiden ist das auch schon sehr peinlich.
Der zweite Tag meines Urlaubs ist vorbei und ich habe noch keine einzige Zeile meiner (zahlreichen) Reiselektüre gelesen aber ich habe vier Puppenhöschen gestrickt. Und zwei Barbiemänner am Strand mit Stricknadeln vor sabbernden zweijährigen Fans verteidigt. (Ich weiss gar nicht warum sich deren Mutter so aufgeregt hat, das Gschropp hat damit angefangen). Die Nachbarn von gegenüber schaun schon so eigenartig, wenn Siegfried und Roy mit uns beim Frühstück sitzen. Und wenn wir Fotoshootings mit ihnen machen. Ich hab´s ja nicht geglaubt, aber die Gesellschaft hat wirklich wenig Verständnis für Toyboys.

Dieses Jahr durften zum ersten mal die Kurzen mit auf den Markt. (Weil es niemanden gab, bei dem sie zuhaus bleiben hätten können.) Und es wird auch für lange Zeit das letzte Mal sein... "Mama, was schaust du so lang? Das is eh urschiach. DAS willst du kaufen? Wann gehn wir endlich heim? Gehn wir heute noch ans Meer? Ich will jetzt gleich ans Meer! Wieso dauert das so lang? Mir ist heiss! Mir ist fad! Ich will ans Meer! Ich hab solchen Durst! Mir tun die Füße weh! MAMA!!!!"

Das kleine Problem der vergessenen Decken habe ich genial gelöst. Jeder der Junx durfte sich ein Kuschel-Strandtuch aussuchen. Und das hat auch GAR NICHTS mit meiner zwanghaften Strandtuch-Kaufsucht zu tun. Ehrlich. Reiner Zufall. *Räusper*
Dieser Stand ist mein Ruin...

Zur Einstimmung für den nachkommenden Clan die Must-Haves der Saison. Das alles wartet auf euch:
Wozu bitte das? Gegenwart, Zukunft, Vergangenheit und?
Leider zu gross für Siegfried und Roy. Sie schmollen noch immer.




Siegfried ist erbleicht. Roy musste ich einen kaufen:
Die Doris Bauer Sonder-Edition. Die kannst du neben deine Hummel-Figürchen stellen, Doris:
Den wollte Siegfried unbedingt haben. Hmpf.
Soviel zum Markt. Ein bisserl ein Teaser.

Die Kurzen mussten nach den Marktstrapazen befriedet werden. (Und die Mutter davon abgehalten, die Adoptionsannonce in die Zeitung zu geben.)
Käptn Blaubär wurde von den Zwergpiraten ausgesetzt (er wurde zu groß für das Boot - "Seht ihr Kinder, das passiert mit schlimmen Blaubären die zu sehr wachsen oder sich beim Einkaufen aufführen") und verdingt sich jetzt bei den Klabautergeistern als Schauspieler der Weinkrämpfe vortäuscht. Der Sinn für Kunst ist bei den Klabautergeistern nicht sehr ausgeprägt.
Die Straße erwartet euch, meine Lieben. Hier sind die acht Bungalows die noch diese Woche alle UNS gehören.
So jetzt muss ich aufhören mit dem Schreiben, die ungeduldigen Leser (die offensichtlich nichts Besseres zu tun haben) sind schon ganz lästig. :-)