Der Campingplatz steht Kopf. Mit den heute Angereisten erreichen wir den Stand von 19 Erwachsenen, 15 Kindern und 2 Ungeborenen. Alles Familie und Freunde in einer Straße in acht Bungalows untergebracht. Die Erwachsenen halten knapp noch die Mehrheit, aber wie lange noch? Das könnte eng werden für uns Grufties, wenn es zu Abstimmungen kommen sollte: Dürfen wir noch ein Eis haben? Wie lange dürfen Kinder auf bleiben? Müssen Eltern sich am Burgenbau beteiligen? Sind drei Pizzas am Tag wirklich zu viel?
Gut dass wir hier keine Demokratie sind. Wir haben uns für ein anderes bewährtes Gesellschaftsmodell entschieden: Wir bündeln die Talente in unserer Straße und gründen eine mafiöse Vereinigung "La Familia". Timon und Florian holen Wasser, Pizzas, Brot und andere Einkäufe und schlagen dafür eine Liefergebühr auf. Ich strecke das Geld vor und schneide dafür beim Gewinn mit, Irmi und Wolfgang stellen den Bollerwagen für ein kleines Entgelt zur Verfügung und Thomas hebt bei den beiden Schutzgeld ein. Das System ist noch in Erprobungsphase, weitere Talente (und Ertragsquellen) werden gesucht. Unser Einfluss wird aber in Kürze auf den ganzen Campingplatz ausgedehnt. Die Adria. Europa. Die Welt.
Einparken in unserer Straße erfordert mindestens vier Männer von denen drei dem Fahrer gleichzeitig mit hilfreichen Einweisungen zur Seite stehen: "Weiter" "Halt" "Bisserl geht noch" "Mehr Links" "Mehr Rechts" "Achtung" "Geht so" "Stopp, stopp, stopp" "Oje!"Der Rest der Belegschaft schließt Wetten ab und genießt das Schauspiel.

Kleine Änderung beim Mittags-Vorlesebuch: Da die kleineren unter den Kindern von den vielen Monstern die Käptn Blaubeer zusetzen schon Alpträume bekommen, steigen wir um auf zielgruppengerechte Literatur:
Die Wawuschels sind eine Zwergen-Familie mit grünen Haaren die im Dunkeln leuchten. Sie leben von Zwergenmarmelde die von Mutter Wawuschel jeden Tag gekocht wird. Die Kinder Wischel und Wuschel suchen den ganzen Tag den Wald ab nach Zutaten für die Marmelade. Vater Wawuschel versucht den ganzen Tag lesen zu lernen, schafft es aber nie der dyslektische Vollkoffer. Dabei wäre das wichtig, das Lesen, weil die Familie erst dann das Zauberbuch der Großmutter verwenden kann. Dann können sie die Marmelade herzaubern und müssen sie nicht mühsam sammeln und kochen. Und der grantige Onkel bekommt endlich seinen Tabak. Zu allem Überdruss explodiert auch noch der Herd der Wawuschels und dann gehen sie schlafen. (Damit endet das Kapitel mit einem Cliffhanger. Die Kurzen werden nachts vor Spannung wieder kein Auge zutun können)
Stricken für Roy. Man kann schliesslich nicht den ganzen Urlaub im Mannkini verbringen. Ausser Günter und Blake. Die könnten das. Zum Beispiel beim nächsten Österreich-Urlaub. :-)
Hassan freut sich, dass das Jahrestreffen der Anonymen Strandhantuch-Kaufsüchtigen wie jedes Jahr in seinem Strandsektor abgehalten wird. Wir finanzieren höchstpersönlich sein Wochenendhaus in Mallorca und den Lamborghini.
HILFE! Ein Sandsturm zieht auf!!!! Wir halten aus bis zuletzt und sind die letzten am Strand. Erst als der Sandstrahlwind uns bis auf die Knochen abscheuert, geben wir auf und kehren vorzeitig, d.h. vor 19:00 Uhr, zurück in die Bungalows.
Siegfried und Roy vor dem herannahenden Sandsturm. Sehr romantisches Bild. Sehr schädlich für die Mechanik des Fotoapparats.
Onkel Alexander nimmt mich zur Seite und äussert einen schrecklichen Verdacht: Könnte es sein, dass Siegfried und Roy mehr sind als nur gute Freunde? Ich weise das natürlich auf das Entschiedenste zurück! Wie kommt der gute Onkel nur auf so etwas?




















































