Donnerstag, 20. November 2008
Gute-Nachtgedicht für Minkasia
Wieder brach er bei dem Nachbarn ein,
und ich hatte Tür und Fenster offen,
meine Augen waren vollgesoffen
wie zwei Schwämme vom Verlassensein.
Dumm verknäulte sich in meinem Mund
Schluchzen, Bitten und verbohrtes Drohen,
während drüben schon die Hühner flohen
samt der Katze und dem alten Hund.
Doch er kam nicht, nahm sich wieder nur
einen, der noch gerne leben wollte,
und die Monduhr, die verrückte, rollte
meine Stunde rasch aus seiner Spur
Bitter trocknen mir die Augen ein,
bitter rinnt der Schlaftrunk durch die Kehle,
bitter bet´ ich für die arme Seele
und zerkaue mein Verlassensein.
Christine Lavant
1956
Mittwoch, 19. November 2008
Die Zeit heilt alle Wunder
Die Zeit heilt alle Wunder
Wenn du sie gut verschnürst
Bind nur die Stelle gut ab
bis du es gar nicht mehr spürst
Du weißt ein Feuer geht aus
wenn du es länger nicht schürst
und du weißt dass du besser
an alte Wunder nicht rührst
Und auch das größte Wunder geht vorbei
Und wenn es dich nicht loslässt zähl bis drei
Und es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei
Du kommst auf die Welt um ihr den Kopf zu verdrehen
Du lachst über Hunde und deine eigenen Zehen
Du bleibst kaum kannst du laufen alle zwei Meter stehen
und fällst auf die Knie um noch ein Wunder zu sehn
Und am nächsten Wunder ziehen sie dich vorbei
Der der dich am Arm hält zählt bis drei
Und es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei
Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
nur noch Narben da wo Wunder waren
Wann wirst du endlich lernen dir nicht den Kopf zu verdrehen
Du fällst über Hunde und deine eigenen Zehen
Du kannst kaum grade laufen bleibst alle zwei Meter stehen
und fällst auf die Knie damit die Wunder dich sehen
Und das zehnte Wunder zieht an dir vorbei
Du betest dass es stehen bleibt zählst bis drei
Und es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei
Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
nur noch Narben da wo Wunder waren
Die Zeit heilt und alle wundern sich nach all den Jahren
Dass nichts bleibt als ein paar Stunden da wo Wunder waren
Die Zeit heilt und alle wundern sich nach all den Jahren
Dass nichts bleibt als ein paar Stunden und Narben da wo Wunder waren
Die Zeit heilt alle Wunder
"Wir sind Helden"
Sonntag, 16. November 2008
Redundanz
Afugrnud enier Sduite an enier Elingshcen Unvirestiät ist es eagl, in wlehcer Rienhnelfoge die Bcuhtsbaen in eniem Wrot sethen, das enizg wcihitge dbaei ist, dsas der estre und lzete Bcuhtsbae am rcihgiten Paltz snid. Der Rset knan ttolaer Bölsdinn sien, und du knasnt es torztedm onhe Porbelme lseen. Das ghet dseahlb, wiel wir nchit Bcuhtsbae für Bcuhtsbae enizlen lseen, snodren Wröetr als Gnaezs.
Dienstag, 11. November 2008
Hans Mosers Rache
http://www.gart-media.com/folksmilch/mp3/hansmosers_antwort.mp3
Samstag, 8. November 2008
Timons große Party
Mittwoch, 5. November 2008
Oh, Obama...
Timon will alles ganz genau wissen und ich taumle von Politik über Geschichte in Diskussionen über Werte und Grundhaltungen. Danke Barack.
Kilian sieht das einfacher. Sein Kommentar beim Anblick Obamas in den Nachrichten: "Die Italiener sind aber noch schwarzer." Italien bleibt der Inbegriff von Attraktivität, Abenteuer, Ausland. So ist das.
PSST! Es ist Herbst
PSST! Es ist Herbst,
Madame.
Die Nacht spielt schon ein
kühles Saxophon.
Der Wind wirbelt durch Ihre
Schulterblätter, wenn Sie Atem
holen gehen in dieser
ausgeknipsten Stadt.
Ich weiß: Die Tür
Ihres Geschlechts ist nur
angelehnt, Madame. Von dort
fällt manchmal ein Spalt
Helligkeit in meine
Tunneltage.
Aber Herz beiseite:
Gehen Sie, Madame, gehen
Sie diesen von spitzen Schuhen
angestachelten Gang, den Takt
des Westens.
Die Nacht spielt schon ein
kühles Saxophon.
Die Accessoires dieser Liebespoesie werden äußerst lässig herbeizitiert. Das betrifft das "kühle Saxophon der Nacht" ebenso wie die "Tunneltage" der Depression. Die Liebesträume des lyrischen Subjekts garniert der Autor mit dezenten erotischen Anspielungen, die auch schon mal einen kalauernden oder obszönen Beiklang haben können; etwa wenn der "Spalt /Helligkeit" in die Grübeleien des Liebenden fällt. Hellmuth Opitz kultiviert eine ebenso spielerische wie ironisch-elegante Liebespoesie - in einem Genre, in dem fast immer Sentimentalität und Süßlichkeit triumphieren, ist das eine literarische Großtat.
Sonntag, 2. November 2008
Samstag, 1. November 2008
Freitag, 31. Oktober 2008
Halloween
Unsere erste Halloween-Party war ein Erfolg und wird nächstes Jahr sicher fortgesetzt.
Mittwoch, 29. Oktober 2008
Die Philosophische Frage des Tages
Sonntag, 26. Oktober 2008
Herbst
Verfaulter Nüsse Riß,
Im rauhreifübereisten Gras
Des Nebels kalter Biß.
Wie eine Wabe, ausgeleert,
Die Sonnenblume starrt.
Der Wind, der durch die Dornen fährt,
Klirrt wie ein Messer hart.
Peter Huchel
Samstag, 25. Oktober 2008
Rasierschaumparty
We are Family

Donnerstag, 23. Oktober 2008
Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin
Jetzt haben also auch schon Bücher einen Trailer. Der hier ist aber gut. Die Buchenpfehlung stammt von Minkasia und Ghost Dog, das Buch muss ja wie eine Seuche um sich greifen, dass ich gleich 2 Empfehlungen dafür kurz hintereinander lese. Kanns bitte jemand lesen, und mir sagen, was drin steht? Ob es sich lohnt?
Es gibt da auch einen Blog: http://prokrastination.com/
und eine fade Hompage: http://www.prokrastination.net/
Ach ja, ich hab nachgelesen: Prokrastination heist Aufschieben, näheres bei Minkasia (Liebste Mink, ich kann den Blogeintrag nicht verlinken, weil du den Titel schon weiter gelinkt hast. Bin ich zu blöd, oder geht es dann wirklich nicht?)
Mittwoch, 22. Oktober 2008
Dienstag, 21. Oktober 2008
ikarus
mit himmel
als die erde
mein raubvogel
immer größer
und dunkler werdend
mich mitten
im flüchtigen traum
schlug
Doris Runge
Sonntag, 19. Oktober 2008
Sonntagsreport #6
Freitag, 17. Oktober 2008
Wahlkampf

Ein vielversprechendes Mitglied für unsere in Gründung befindliche Liste "Hier ankreuzen".
Details hier
Eine Reihe Ministerien sind schon vergeben wie
* das ministerium für vormitternachtsschlaf,
* das ministerium für innere und äußere befindlichkeiten,
* das ministerium für tagträume und visionäre gedanken,
* das ministerium für vergnügen und kurzweil, *das ministerium für einschlafen und aufwachen (inkl. staatssekretäriat für nachmittagsschläfchen),
* das Ministry of Silly Talks und
* das Ministry of the Inferior.
Das Parteiprogramm nimmt erste Formen an:
* FÜR laaaange wochenenden und unbegrenzte süßigkeiten! GEGEN zahnputz und nägelschneidzwang und natürlich gegen temperaturen unter 21 grad und bewölkung.
* Gegen Regen am Wochenende
* gegen Dunkelheit beim Aufstehen
* für die Einführung von Nicht-Urinier-Zonen in Schwimmbecken
* gesetzestexte werden nur mehr in reimform verfasst!gesetze im verfassungsrang im schüttelreim.
Wer sich jetzt im Think Tank beteiligt, bekommt ein Ministerium.







Schön wars. Und fröhlich. Und laut. Und wild. Und gut das es vorbei ist.







