Montag, 25. August 2008

Italien Tag 6

Nachdem Stefan nun schon seit 5 Tagen fiebert und hustet, fahren wir heute morgen 6 km zum Touristen-Arzt: Eine eigene Einrichtung, um Ausländer mit ihren ausländischen Krankheiten von der einheimischen Zivilbevölkerung fernzuhalten. Und er/sie spricht Deutsch und Englisch damit besagte Ausländer ihre Tropenkrankheiten besser schildern können. Gleich zu Beginn ein launiges Formular, wo der erkrankte Tourist im Falle seines Todes sein gesamtes Vermögen Berlusconi überschreibt. Die fesche Ärztin, die gerade erst volljährig wurde, untersucht, schreibt ein Rezept und ab geht es in die Pharmacia. Hoffentlich hilft das jetzt.In der Zwischenzeit ist der Clan weiter angewachsen und wir halten jetzt bei 6 Bungalows mit 21 Personen, davon 8 Kinder im Alter von 1-12 Jahren. Die Übernahme des Campingplatzes steht unmittelbar bevor.Die Neuankömmlinge teilten sich zu sechst einen Kleinwagen. Gut gepackt:Gut eingeparkt! Kompliment!Müde von der Fahrt:
Kinderarbeit Nr.6
Die Mädchen stricken Hängmatten, die dann am Strand verkauft werden. Cousine Brigitte strickt schicke Bikinis: Mia frühstückt ihr tägliches Stiegl:

Nichte Hanna ist krank und weil die Hängematte noch nicht fertig ist, kann sie sich die 21 Euro für den Touristen-Arzt nicht leisten. Zum Glück springt Dr. Timon und sein Team ein. Die Patientin wird in einer dramatischen Notoperation gerettet.
Meine bildhübsche Nichte Hanna: Meine bildhübsche Cousine Stefanie:

So, jetzt ist es 15:00 Uhr, die Mittagspause ist vorbei und wir dürfen wieder aus unseren Bungalows. Ich geh jetzt an den Strand. Ciao!

Sonntag, 24. August 2008

Italien Tag 5



Urlaubslaune

Sonnenheißes Lichtgeflimmer
Wasserklares Sandgeglimmer
Himmelmeerblau Wolkenschiffe
Regenbogenschimmernd Riffe
Glitzerfische groß und klein
Laue Brisen salzluftrein
Palmenwedel wedeln wiegend
Pelikane schweben fliegend
Möwensegeln Seegekreisch
Muschelknirschen perlmuttweiß
Meerschaumrauschen Windgesang
Meerjungfrauen Haarestang
Morgenröte rosenhell
Abendstimmung milchpastell
Weite Strände zuckermehlig
Und die Laune urlaubseelig


Jutta Kounovsky






Samstag, 23. August 2008

Italien Tag 4

Der Tag beginnt dunstig, bedeckt und deutlich kühler als bisher. Mein Lieblings-Strand-Wetter. Ideal um eingemummt am Strand zu sitzen und zu lesen. Wenig Leute und man wird nicht dauernd gefragt, warum man nicht ins Wasser gehen will.Am Nachmittag gibt es richtig hohe Wellen. Kilian verbringt mehr Zeit im Wasser als an Land.Ah, ja. Hassan war wieder da. Was soll ich sagen. Fünf Handtücher sind doch nicht viel. Oder? Gut Preis. Gutes Stoff. (Ich bekenne mich hiermit zu einer stoffgebundenen Sucht: zwanghafter Handtuchkauf. Keine Sorge, ich bin gut betreut in der familieneigenen Selbsthilfegruppe.)

Nun zu ernsten Themen. An dieser Stelle muss auf das gefährliche Quallen-Problem an der Adria hingewiesen werden. Die hinterlistigen Bestien greifen neuerdings nicht mehr nur vom Wasser aus an, sondern nun auch aus der Luft. (Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang mit der illegalen Entsorgung kohlensäurehaltiger Getränke in die Adria.) Mit ihren scharfen Augen späht die Flug-Qualle unvorsichtige Urlauber aus, die sich von der Herde entfernt haben, schnappt sie in ihren Greifarmen und schleppt sie in ihr Nest. Hier bringt eine Mutterqualle dem Nachwuchs das Jagen bei:Im letzten Moment trifft ein Trupp beherzter Beach-Busters ein, und nimmt den Kampf gegen das Ungeheuer auf:Bange Momente zähen Ringens...Mit letzter Kraft kann das Monster niedergerungen werden. Diesmal ist noch alles gut gegangen. Aber wie lange werden die italienischen Autoritäten die Quallen-Pest noch geheimhalten können? Denn aus zuverlässigen Quellen ist uns bekannt, dass sich zur Quallenpest auch eine Krabben-Seuche anbahnt. Ein kleiner Trost an alle, die jetzt arbeiten müssen und nicht die Füße in den Sand stecken dürfen: Das alles bleibt euch erspart! Das sind übrigens meine Blog-LeserInnen. Ich kann euch sehen, meine Lieben!

Die dritte Welle Clanmitglieder ist heute angekommen, wir halten derzeit bei 15 Personen und vier Bungalows. Unser Ziel ist, die stille Übernahme des Campingplatzes. Und die Weltherrschaft.
Und diese Herren bereiten das große Feuerwerk für heute Abend vor. Ein Teil des GROSSEN PLANS.

Nachtrag: Das war das schönste Feuerwerk meines Lebens! Die ganze Küste entlang parallel geschaltete Feuerwerkskörper. Eine wunderschöne Choreographie und wir standen am Strand unmittelbar unter den Raketen. Hin und wieder sind Funken neben uns zu Boden gegangen und am Schluss waren wir umgeben von farbigem Feuerregen. Traumhaft. Und LAUT.

Freitag, 22. August 2008

Italien Tag 3

Wolkenlos, windstill und SCHWÜL. Und heiss. Meer ist immer noch da. Mal mehr mal weniger.Der Clan trifft ein:Eine gute Gelegenheit unsere Kinder als Arbeitskräfte zu vermieten. Die Urlaubskasse muss gefüllt werden.Das macht Muckies und damit wird man Gouverneur von Kalifornien.
Oder man wird Page bei Prinzessin Lillifee im grünen Sommerpalast.Dieses Jahr haben wir uns GANZ FEST vorgenommen kein Handtuch zu kaufen. Die 30 aus den letzten Jahren müssen genügen. Aber dann hat Hassan-mit -den-Handtüchern dieses Monsterstück gezückt. Family-Size. Und die erfahrenen Cavallino-Veteranen (in Besitz von 70 Handtüchern) schafften es rucki-zuck den Preis um ein Drittel herunterzuhandeln. Kann man da wiederstehen? Sogar Der Stefan (wie im Bild sichtbar noch rekonvaleszent und dirilent) murmelte: "Kaufen, kaufen" ABER *großer Tusch* ullamarike hat NICHT gekauft. TaDaaa!!!
Und mit Hassan vereinbart, dass er morgen die ganze Design Kollektion der Mammut-Tücher mitbringt. Ich sage nur: Mengenrabatt!
Wo wir schon beim Thema Einkaufen sind. Der Hunger hat uns doch noch aus unserer mausikleinen Parkfalle getrieben und mit nur einer Minute Reversieren (Merke: raus ist leichter als rein) waren wir wieder mobil. Und wir haben ein paar Kleinigkeiten für die nächsten Tage besorgt. Der Bollerwagen hat sich wieder bewährt, denn das Auto steht jetzt nicht mehr neben dem Haus. Ich sag nicht, wie oft wir hin und her fahren mussten.


Mein persönlicher Höhepunkt des Tages: grade eben (23:00) hat mir Irmi mit ihrem super-duper Russen-Nachtsicht-Ferngucker den Sternenhimmel über dem Meer gezeigt. Ich habe zwei Monde des Jupiter gesehen und das Reiterlein vom Großen Wagen! Ha! Und eine Sternschnuppe. Jetzt kann das Sandmännlein kommen. Gute Nacht.

Donnerstag, 21. August 2008

Italien Tag 2

Wetterreport: Wolkenlos und heiss, mehr Wind und viele Wellen. Hassan-mit-den-Handtüchern macht, wie jedes Jahr, seine Runden. Wir leben von Semmeln und Wasser, nachem wir für das Einparken 10 Minuten gebraucht haben, haben wir beschlossen NIE WIEDER herauszufahren. Also kein Essen einkaufen für uns bis ihr kommt. Dann nimmt uns hoffentlich wer mit zum Supermarkt, oder hilft beim Ausparken... In unserer Häuserreihe sind heute vier Familien abgereist. Drei davon unmittelbare Nachbarn. Kein Wunder. Solange wir im Haus sind tönt es ununterbrochen: "Du hast die Füße auf mein Bett gelegt" "Hab ich nicht" "Hast du doch" "Hab ich NICHT!" "Mama, der Kilian hat mich gebissen!" "Hab ich nicht" "Hast du doch"...
Kann es kaum erwarten, dass die SpielkollegInnen eintrudeln. Nur am Meer herrscht friedliche Eintracht. Also verbringe ich soviel Zeit wie möglich am Stand. Stefan liegt nach wie vor matt im Bungalow, hat Fieber und Schweissausbrüche.

Im Augenblick (21:30) beschallt eine Band, die sich am Schwimmbad verschanzt hat, den ganzen Campingplatz mit einem sonderbaren Mix aus alt und uralt-Hadern. Teil des Kinder-Animations-Programms, das hier um 21:00 Uhr beginnt. Italienische Verhältnisse eben. Da die Band gerade erst begonnen hat, werden wir das zweifelhafte Vergnügen noch bis Mitternacht geniessen dürfen. Jetzt sind grad italienische Lamour-Hatscher dran. AMOOOOOOOOREEEE!!!

Die philosophisch-geologische Frage des Tages: "Was waren Steine, bevor sie Steine wurden?"

Mittwoch, 20. August 2008

Italien Tag 1

Dieses Jahr hat fast der ganze Clan beschlossen, in einer Völkerwanderung gen Süden zu ziehen. Wir sind die Vorhut und kundschaften das Gelände aus, kosten das Eis vor, testen die Wasserqualität...


Apopos Eis - er ist wieder da!


Aufgestanden um 3:00 Uhr, losgefahren um 4:00, angekommen in Cavallino um 10:45.


Stefan bekommt noch in der Nacht Fieber, fährt aber brav 2 Stunden selber. Den Rest des Tages verbringt er im Bungalow im Bett, nur abends schleppt er sich ausser Haus, auf der Suche nach Kamillentee und einem Fernseher mit Österreich gegen Italien.

Es ist drückend schwül hier, der Bungalow wirkt noch kleiner als letztes Jahr, die Schnuckies sind geduldig und warten 20 Sekunden, bis sie mit "Wann gehen wir endlich ans Meer?"-Schleifen bekommen was sie wollen. Das Meer. Dort baut Kilian eine "Wasser-Falle", die raffiniert Wasser anlockt und gefangen hält. (Seit dem gewissen Vorfall mit dem Weidezaun, hat er diese Obsession mit Zäunen...)



Und Timon gräbt sich durch bis China. Zumindest bis zum Wasserspiegel. Drei Stunden gräbt er ununterbrochen. Kinderarbeit vom Feinsten.



Eine Neuerung am Campingplatz: Es gibt Kinder-Waschbecken (in drei Höhen), Klos und Duschen! Nett gemacht und die Schweinerei bleibt draussen.


Das Klo ist auf ca. 50 cm Höhe montiert. Perfekt zum Hände und Füße waschen...

Montag, 18. August 2008

Sommer

Ilse Kleberger

Weißt du, wie der Sommer riecht?
Nach Birnen und nach Nelken,
nach Äpfeln und Vergissmeinnicht,
die in der Sonne welken,
nach heißem Sand und kühler See
und nach nassen Badehosen,
nach Wasserball und Sonnenkrem,
nach Straßenstaub und Rosen.

Weißt du, wie der Sommer schmeckt?
Nach gelben Aprikosen
und Walderdbeeren, halb versteckt
zwischen Gras und Moosen,
nach Himbeereis, Vanilleeis
und Eis aus Schokolade,
nach Sauerklee vom Wiesenrand
und Brauselimonade.

Weißt du, wie der Sommer klingt?
Nach einer Flötenwiese,
die durch die Mittagsstille dringt:
Ein Vogel zwitschert leise,
dumpf fällt ein Apfel in das Gras,
der Wind rauscht in den Bäumen.
Ein Kind lacht hell, dann schweigt es schnell und möchte lieber
träumen.